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Das blaue Gold des Waldes – Die heimische Waldheidelbeere!

Heidelbeere

Die blaue Superbeere

Diese Woche gab es für mich die ersten Waldheidelbeeren. Jeder kennt und liebt sie, die kleinen schwarzblauen Beeren mit dem unverkennbaren Geschmack. Die Sträucher der Heidelbeere bedecken den Boden ganzer Wälder, die von Anfang Juli bis Mitte September, reife Beeren tragen. Der bis zu 50 Zentimeter hohe Halbstrauch gedeiht bevorzugt in Wäldern, Mooren und Heiden.

 

Sie schmecken nicht nur grandios, sondern sind auch eine außerordentlich große Bereicherung für unsere Gesundheit. Die Heidelbeere gehört zu den gesündesten Früchten und weist große Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen, Gerbstoffen und Ballaststoffen auf. Außerdem sind sie sehr reich an gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffen, wie Flavonoide, Oligomere Proanthocyanidinen (OPC) und Phenolsäuren.

 

Heidelbeeren

Inhaltsstoffe

Je 100g verzehrbarer Anteil, roh Heidelbeeren

Inhaltsstoffe

Je 100g verzehrbarer Anteil, roh
Energie (kcal) 37 Eisen (mg) 0,9
Fett in (g) 0,6 Vitamin A (µg) 5,7
Eiweiß in (g) 0,7 Vitamin B1 (mg) 0,02
Kohlenhydrate (g) 6,1 Vitamin B2 (mg) 0,02
Ballaststoffe (g) 4,9 Niacin (mg) 0,4
Kalium (mg) 78 Vitamin B6 (mg) 0,06
Kalzium (mg) 10 Vitamin C (mg) 22
Magnesium (mg) 2 Vitamin E (mg) 2,7

Tabelle 1 gesundheit.gv.at

Der besonders hohe Anthocyane-Anteil der Waldheidelbeere, welcher der Beere die unverkennbare Farbe verleiht und bei Genuss auch unsere Münder blau färbt, wirkt antioxidativ, entzündungshemmend, gefäßschützend, etc.. Hildegard von Bingen beschrieb als Erste die Heilwirkung der Wildheidelbeere. Heute wissen wir, dass sie das Herzkreislauferkrankungs- und Krebsrisiko senken, Diabetes Typ II, Arthritis und Alzheimer vorbeugen, Cholesterin- und Blutdrucksenkend wirken und somit vor Arteriosklerose schützen, Kognitive Alterung und Makuladegeneration reduzieren und uns noch viele weitere gesundheitliche Vorteile bringen. Diese Effekte werden vorwiegend durch die oben genannten sekundären Pflanzenstoffe erreicht. Heidelbeeren können außerdem getrocknet bei Durchfallerkrankungen und frisch bei Harnwegsentzündungen als Hausmittel eingesetzt werden. Nicht nur die Beere selbst, sondern auch der Akt des Pflückens im Wald, wirkt sich positiv und beruhigend auf uns aus. Es ist ein Genuss für jung und alt, die frischen Beeren direkt vom Busch zu verzehren. Lasst uns das Geschenk des Waldes nutzen und uns selbst etwas Gutes tun.

 

Heidelbeere
Die ersten Waldheidelbeeren des Jahres

Unbegründete Angst vor dem kleinen Fuchsbandwurm

Viele Menschen trauen sich nicht mehr, Beeren im Wald, zu sammeln. Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Fuchsbandwurm, ist zu groß. Zu einer Übertragung des Echinokokkus multolucaris, auch kleiner Fuchsbandwurm, kommt es durch das Verschlucken der Eier, welche im Kot eines infizierten Fuchses vorkommen. Jedoch ist eine Infektion, auch bei Kontakt, nur sehr selten gegeben. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein infizierter Fuchs mit seinem Kot die Früchte einer Pflanze kontaminiert, ist verschwindend gering. Es gibt keinen eindeutigen Beweis, so die Forscher, dass man sich überhaupt durch das Essen und Sammeln von Beeren oder Pilzen, infizieren könne. Außerdem sei der Mensch, als Fehlwirt, sehr unempfänglich, die meisten Menschen entwickeln nach dem Erstkontakt mit dem Erreger eine Immunität. Wer doch auf Nummer sicher gehen will, kann mit den folgenden Tipps, die Eier garantiert abtöten:

  • Einfrieren bei -80°C für wenige Tage
  • Erhitzen über 60°C für wenige Minuten
  • Erwärmen auf 45°C bei einer rel. Luftfeuchtigkeit von 85% für einige Stunden
  • Trocknen bei 25°C bei einer rel. Luftfeuchtigkeit von 25% für wenige Tage

 

Heidelbeeren richtig sammeln

Wann genau der Strauch reife Beeren trägt, hängt natürlich von der Witterung und der Lage ab. Die prallen, reifen Waldheidelbeeren lassen sich in der Regel leicht abzupfen und zerplatzen bei zu großem Druck. Ich sammle die Beeren gerne in der Nähe von Mooren oder auf Lichtungen von Wäldern. Bevorzugt an Stellen, die etwas abseits der Wege liegen. Außerdem zupfe ich nie mehr als ein Drittel der Beeren ab. Generell sollte man auch nur wirklich Reife Beeren pflücken. Denn Heidelbeeren reifen nämlich nicht nach.

 

Waldheidelbeere Sammelhand

Freude an der Natur

Ich selbst empfinde den Fuchsbandwurm nicht als Gefahr. Ich lasse mir nicht die Freude und den Genuss von Wildpflanzen nehmen. Die Waldheidelbeere und auch andere Wildpflanzen sind eine riesige Bereicherung für unsere Gesundheit und für unser Leben. Ich fühle mich durch das astronomisch kleine Risiko, nicht bedroht und sonst, setzte ich auf ein gutes Immunsystem. Ich werde die Ruhe, in den vor Angst leergefegten, Heidelbeer-Wäldern, weiterhin genießen.

 

Lasst euch der Freude an der Natur nicht berauben!

 

Quellen

Health Topic Blueberries

Heidelbeeren

10 Proven Benefits of Blueberries

Sekundäre Pflanzenstoffe: Vorkommen & Wirkung

Anthocyane

Oligomere Proanthocyanidine

Gesundheitswunder Heidelbeere

Fuchsbandwurm nicht durch Waldbeeren übertragen

Fuchsbandwurm Ansteckung & Risikofaktoren

Diffuse Angst vor dem Fuchsbandwurm

Gefahren durch den Kleinen Fuchsbandwurm

Häufig gestellte Fragen Fuchsbandwurm