Ernährung, Gesundheit, Umwelt

Warum wir Eigenverantwortung für unsere Ernährung übernehmen sollten!

Ernährung

 

Die globale Gesundheitskrise

Das heutige, nicht mehr saisonabhängige Nahrungsangebot bringt uns Menschen, nicht nur eine Überversorgung an Lebensmittel, sondern auch die Verantwortung bewusst mit diesen Lebensmitteln und unserer Ernährung umzugehen. Nie zuvor war die Welt miteinander so verknüpft wie heute. Die Regale in den Supermärkten waren noch nie mit so vielen Lebensmitteln, aus aller Welt, gefüllt. Vor 50 Jahren, sah das Nahrungsmittelangebot noch ganz anders aus, so auch die gesundheitliche Verfassung der Bevölkerung und auch die ökologische Lage unseres Planeten.

 

Die Menschen der westlichen Nationen sind fetter und ungesünder als je zuvor. Schon seit Jahren sind ernährungsassoziierten Zivilisationskrankheiten auf dem Vormarsch zur Spitze, der führenden Ursache für Mortalität und Gebrechen. Nicht nur in den USA und in Deutschland sind ernährungsassoziierte Krankheiten eine wesentliche Ursache für das vorzeitige Versterben der Bevölkerung. Auch in Österreich sind Krankheiten wie „Herz-Kreislauferkrankungen und Krebserkrankungen für 68,6 Prozent der Todesfälle verantwortlich.“

Vielen Menschen ist die Tragweite der Konsequenzen, welche die Wahl unserer Lebensmittel mit sich bringt, völlig unbewusst. Die Wahl, der Lebensmittel, die wir tagtäglich unserem Körper zuführen, kann dramatische Auswirkungen für unsere Gesundheit, unsere unmittelbare Umwelt und unsere Mitmenschen, haben. Die wohl gründlichste Analyse der Risiko Faktoren für frühzeitiges Versterben und Gebrechen, die jemals publiziert wurde, zeigt mit nüchternen Zahlen, dass der führende Grund für frühzeitiges Versterben und Gebrechen unsere Ernährung ist. Unsere täglich gewählte Nahrung ist der wichtigste Lebenstilfaktor mit dem größten Einfluss darauf, wie lange wir Leben!

 

Wie unsere Gewohnheit Fleisch zu essen den Planeten zerstört

Nicht nur, dass die Menschen der westlichen Nationen fetter und ungesünder sind als je zuvor, mit der bevorzugt westlichen Kost, die uns selbst schadet, schaden wir unserem Planeten. Der durchaus oft zitierte Bericht „Livestock and Climate Change“ des World Watch Instituts zeigt, dass Nutztiere und deren Nebenerzeugnisse 51 Prozent der jährlichen weltweiten anthropogenen Treibhausgasemissionen, ausmachen. Der Anbau tierischer Nahrungsmittel wird nicht nur mit höheren Treibhausgasemissionen assoziiert. Die Tierindustrie gehört auch zu den größten Land-, Wasserverbraucher und –verschmutzer und Energieverbraucher. Auch der negative Einfluss auf die Biodiversität der verschiedenen Ökoregionen sollte erwähnt werden.

 

Eine in Großbritannien durchgeführte Studie verglich die ernährungsbezogene Treibhausgasemissionen verschiedener Ernährungsformen. Darunter wurden Diäten mit verschiedenen Mengen an Fleischverzehr, Fischverzehr, vegetarischen Diäten und veganen Diäten verglichen.

  Männer Frauen
Durschnittliche ernährungsassozierte THG Emissionen (gCO2e)
Hoher Fleischk. (100g/T) 7.260 7.170
Mittlerer Fleischk. (50-99g/T) 5.660 5.620
Geringer Fleischk. (>50g/T) 4.760 4.670
Fisch-Verzehrer 3.940 3.900
Vegetarisch 3.850 3.800
Vegan 2.940 2.870

Tabelle 1 (Peter Scarborough, 2014, S. 185)

 

Die Studie zeigt, nach der Anpassung von Alter und Geschlecht, bei einer durchschnittlichen Nahrungsaufnahme von 2000kcal, das Ergebnis, dass die durchschnittliche Ernährung mit Fleisch täglich zweieinhalb mal mehr Treibhausgasemissionen als eine pflanzenbasierte Diät produziert. (Peter Scarborough, 2014, S. 183 bis 186) Die Wissenschaftler kamen zu dem Entschluss, dass eine pflanzenbasierte Ernährungsweise, das Klima wesentlich weniger belastet und somit, unter den richtigen Bedingungen, als „nachhaltige Ernährung“ betrachtet werden kann.

 

Die ideale Ernährung für Mensch und Umwelt

Ich sehe eine pflanzenbasierte Vollwertkost, die sich auf regionalen und saisonalen Lebensmitteln aufbaut, als die beste Möglichkeit einer ungewissen Zukunft entgegenzutreten, an. Ich teile hier die Meinung von T. Colin Campbell der mit knappen 66 Wörtern die ideale menschliche Ernährung beschreibt: „The ideal human diet looks like this: Consume plant-based foods in forms as close to their natural state as possible („whole“ foods). Eat a variety of vegetables, fruits, raw nuts and seeds, beans and legumes, and whole grains. Avoid heavily processed foods and animal products. Stay away from added salt, oil, and sugar. Aim to get 80 percent of your calories from carbohydrate, 10 percent from fat, and 10 percent from protein.“

 

Die Zusammenhänge zwischen unserer Gesundheit, Klima und Ernährung sind weitaus zu komplex um diese, in einem kurzen Beitrag, zu veranschaulichen. Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag eure Neugier für diese Thematik wecken und euch motivieren selbst nachzuforschen. Lasst doch ein Kommentar da, ich würde sehr gerne eure Meinung hören.

 

Quellen:

A novel nutrition medicine education model: the Boston University experience
Der österreichische Ernährungsbericht 2012
Livestock and Climate Change
Dietary greenhouse gas emissions of meat-eaters, fish-eaters, vegetarians, vegans in the UK
Livestocks long Shadow FAO